21. Dezember

21. Dezember

oerbier

Die verrückten Brauer aus Esen Bei Diksmuide liegt das Dorf Esen mit rund 1900 Einwohnern. 1835 gab es bereits eine Brauerei auf dem heutigen Standort, im letzten Jahrhundert insgesamt sechs im ganzen Dorf, alle wurden nebenbei betrieben. Im 1. Weltkrieg wurde das ganze Dorf zerstört und 1922 wieder aufgebaut. 1980 übernahmen Jo und Kris Herteleer die Brauerei, die vorher auch schon zu Hause in Kupferkesseln Bier brauten. Es war quasi das erste “Revival” einer kleinen lokalen Brauerei in Belgien. Der Name “De Dolle Brouwers” leitet sich ab von dem Namen eines Fahrrad-Clubs, in dem die Brüder Mitglied waren: De dolle Dravers, die verrückten Rennpferde.

Die Brauerei, in der jährlich rund 1000 Hl Bier hergestellt werden, kann jeden Sonntag um 14 Uhr mit englischer Führung und um 15 Uhr mit flämischer Führung besucht werden. Die Brauanlage ist noch immer die ursprüngliche von vor hundert Jahren, ebenso wurde das Gebäude nicht isoliert, wenn es also draußen friert, friert es auch drinnen.Im Lager herrschen konstante 8 Grad. Während dem 1. Weltkrieg benutzten Soldaten den offenen Kühltank um Kaffee zu kochen, daher auch die schwarze Färbung des Bodens. Aufgrund der größe der Anlage ist es nicht möglich, mehr als zwei Bier gleichzeitig zu brauen und zu lagern. Wenn ein Lager leer ist, wird neu gebraut. Insgesamt gibt es 6 verschiedene Biere, und zusätzlich noch eine Special Reserve Version des Oerbier, das nach einem Jahr Reifung abgefüllt wird. Laut Etikett ist das Bier nur zwei Jahre haltbar, kann aber weit länger gelagert werden. In der Brauerei selbst gibt es noch Flaschen vom ersten Oerbier, das nach wie vor trinkbar ist.

Das Oerbier wird aus insgesamt 6 Malzsorten hergestellt, ein lokaler Hopfen, Poperinge Golding, rundet das ganze ab. Leicht trocken und nach mehreren Jahren weinartig. Datteln, Feige, Toffee, der Geschmack ist süss-sauer, Kirsche, Kandiszucker, voller Körper. Ein sympatisches, ursprüngliches Bier.

bollecious

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